Wir sind Ersteinschätzung

 

Wir sind Ersteinschätzung - in jeder Hinsicht

Das Deutsche Netzwerk Ersteinschätzung mit Sitz am Institut für Notfallmedizin an den Asklepios Kliniken in Hamburg ist die zentrale Instanz für Ersteinschätzung in Deutschland:

  • Wir haben den Begriff "Ersteinschätzung" geprägt.
  • Wir haben (zusammen mit unseren britischen Kolleg:innen) das Schulungskonzept für Deutschland entwickelt.
  • Wir schulen seit 2004 in Deutschland standardisiert zur Ersteinschätzung mit dem Manchester Triage System und stellen so (gemeinsam mit unseren Partnern in Deutschland, der Schweiz, Italien und Österreich) sicher, dass unsere Schulungen 
    • immer auf dem aktuellen Stand sind
    • die beabsichtigten Inhalte in der international vereinbarten Qualität enthalten
    • alle Anwender die Sicherheit eines validierten Systems haben
    • Sie sich darauf verlassen können, dass jeder Anwender nach Besuch des Kurses durch unsere Teilnahmebescheinigung ausgewiesen für die Anwendung qualifiziert sind
  • Wir haben in Deutschland mit unseren sechs Schulungszentren in über 17 Jahren mittlerweile in mehr als 1.000 Kursen mittlerweile über 22.000 Anwender:innen ausgebildet. 
  • Wir haben damit eine gemeinsame Sprache geschaffen, die für das gesamte Gesundheitssystem als Kommunikations- und Entscheidungsgrundlage genutzt werden kann. Von der Präklinik (Rettungsdienst, Seniorenwohnanlagen, Großveranstaltungen) bis hinein in Arztpraxen und Krankenhäuser.
  • Über die internationale Vernetzung stellen wir als einzige (durch die britischen Systementwickler autorisierten) Vertreter für Deutschland sicher, dass alle Anwender immer korrekt geschult und auf dem aktuellen Stand sind.
  • Wir sind seit Februar 2005 durch die britische Manchester-Triage-Group als einzige anerkannte Instanz in Deutschland für die Verbreitung des Manchester-Triage-System im gesamten deutschen Gesundheitssystem und die Schulungen zuständig.

Wir sind Ersteinschätzung - keine Übertreibung

Im August 2000 starten die (seinerzeit noch städtischen) Kliniken Hamburgs mit einem Projekt, die Fachgebietsambulanzen der Kliniken zu zentralen Notaufnahmen (so wie insbesondere in angloamerikanischen Ländern) weiter zu entwickeln. Bei den Besuchen in amerikanischen, englischen und italienischen Notaufnahmen (die viele gute Anregungen gaben!) kam auch die Einsicht auf, dass es zwingend einer standardisierten Triage in der Notaufnahme bedarf. Hierfür gab (und gibt!) es drei gute Gründe:

  • zunächst einmal die steigenden Durchgangszahlen in den Notaufnahmen. Dieses Problem beschäftigt die Krankenhäuser seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, hier bedurfte es endlich einer Lösung.
  • Der nächste Grund aber war in der Umstellungsphase zu sehen: wer, wenn nicht die Mitarbeitenden der bisheriigen Fachambulanzen sollten die neuen Zentralen Notaufnahmen (ZNA) der Zukunft besetzen. Diese aber hatten zum Teil langjährige Erfahrung in Ihren Fachgebieten - nun sollten neue Fachgebiete, damit neue Aufgaben und neue Krankheitsbilder hinzukommen. Wie sollte mit diesen Patienten umgegangen werden?
  • Und zu guter Letzt das Problem, welches heute noch drängender geworden ist: Personalmangel. Die Zeiten, in denen es selten freie Stellen in den Notaufnahmen gab (und Interessierte lange Wartezeiten hatten) waren vorbei. Es fiel (und fällt) schwer, die frei werdenden Stellen zu besetzen und so kommt es zu einem bunten Mix an Berufsgruppen (MFA, RA, Notfallsanitäter, ...) und Berufserfahrung in der Pflege.

Also musste ein Instrument wie die Triage her...

Triage - eine überaus schmerzhafte Bezeichnung

Die Frage, die sich als erste stellte: wie diese Idee akzeptierbar gemacht werden? Wenndie Forderung nach einer Triagierung in der Notaufnahme aufgestellt würde, dann hätte dies massive Einwänden zur Folge. Bei "Triage" würde jeder, der das hört oder liest, an Militär- oder Katastrophenmedizin und an die Einschränkungen in der Versorgungsqualität, die dabei logische Folge der Situation, denken (siehe aktuell auch die Diskussion um die Triage auf den Intensivstationen). Also musste ein anderes Wort her...aber welches?

Nach vielen Diskussionen und Überlegungen in der ZNA-Projektgruppe kam dann der Begriff "Ersteinschätzung" in den Sinn. Dieser Begriff war seinerzeit nur in der Finanzwirtschaft vorhanden (Bewertung einer neuen Aktie vor Markteintritt - also Ersteinschätzung). In der Notaufnahme aber war er nicht existent, so dass die Entscheidung fiel, anstelle des Wortes "Triage" den Begriff der "Ersteinschätzung in der Notaufnahme" einzuführen (wir haben damals übersehen, dass er bereits im Kontext "Primary Nursing" als pflegerische Ersteinschätzung des Versorgungsbedarfs benutzt wurde - also eigentlich in der Medizin bereits belegt war). Diese Idee wurde bei der Vorstellung der "neuen" ZNA-Konzepte auf Konferenzen berichtet, immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass es zentrale Unterschiede zur "Triage" gibt - immer und überall wurde von "Ersteinschätzung" erzählt.

Ersteinschätzung ist nicht Triage - und ist es doch

Der zentrale Gedanke der Ersteinschätzung ist die Einschätzung des Gefährdungspotentials der Symptome der Betroffenen - und die sich daraus ergebende Eilbedürftigkeit eines Kontaktes mit einem Arzt. Die Ersteinschätzung geht davon aus, dass es genügend Behandlungsmöglichkeiten für alle Betroffenen gibt, will dabei sicherstellen, dass die Behandlung wirklich dem Gefährdesten zuerst zukommt. Ersteinschätzung kann noch viel mehr, aber dies ist erstmal der zentrale Gedanke.

Bei der Triage/Sichtung ist der zentrale Gedanken das Überleben möglichst vieler Versorgungsbedürftiger in Situationen mit begrenzten Ressourcen. Damit findet sich neben der Entscheidung der Behandlungsreihenfolge (auch hier) immer auch der Aspekt wieder, welche Behandlungen (der Individualmedizin) auf Grund der knappen Ressourcen entfallen (können), ohne das Überleben zu gefährden.

Ersteinschätzung in der Notaufnahme - ein Begriff setzt sich durch

Mit der Benutzung des Begriffes "Ersteinschätzung" und dem Start der Basiskurse "Ersteinschätzung in der Notaufnahme" im Jahr 2004 (zunächst in Hamburg) verbreitete sich der Begriff mehr und mehr in der Notfallmedizin. Aus unseren ersten Überlegungen ist in den 2020ern ein feststehender Begriff geworden - in allen deutschspachigen Notaufnahmen (über Deutschland hinaus in Österreich, der Schweiz, ja auch Südtirol!), er findet sich in der Literatur, im Bildungswesen (Ausbildung Pflegender, Fachweiterbildungen Notfallpflege) - auch in der Gesetzgebung hat der Begriff Einzug gehalten - prominentestes Beispiel hierfür ist der immer wieder zitierte Beschluss des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) zur Neustrukturierung der Notfallversorgung in deutschen Kliniken (zentrale Quelle: www.g-ba.de/beschluesse/3301/). 

Wir sind Ersteinschätzung - in jeder Hinsicht. Verlassen Sie sich auf uns - wir sind für Sie da!